Das war abgemacht, dass der Freund des Bruders eines Freundes (zweiterer kennt den ersten aus seinen Jahren im Ashram), der wiederum zusammen mit seinem Bruder in Karnataka eine Kaffeeplantage betreibt, besucht werden würde. Das war abgemacht. Und so bin ich also hier.
Es dauert eine Weile, bis man von Bengalore hier drüben ist mit dem Bus, und dann nochmals eine Weile bis zur Plantage, die eine unter vielen ist hier, aber alle komplett im Dschungel, und dann folgt ein Willkommen, das ich nicht erwartet hätte und das mich sehr berührt, und dann bin ich einfach Gast im Hause des Freundes vom Bruder eines Freundes sowie dessen Bruder, ferner ihrer Haushälterin (das habe ich hoffentlich richtig verstanden), ferner ihrer zahlreichen Angestellten auf der Plantage. Nach und nach lernt man die Ordnungen hier kennen, wer wann wozu welche Glocke läutet zum Beispiel.
Herzliches Beisammensein bei den gemeinsamen Mahlzeiten. Besuche bei Brüdern, Neffen und Nachbarn, Besuch aus der Schweiz, Kaffee, Kuchen, freundliches Plaudern, wie ist das Wetter in der Schweiz? Spüren sie den Klimawandel auch hier im Dschungel?
Man macht Rundgänge auf der Plantage. Der Freund des Bruders eines Freundes, oder aber dessen Bruder, erklären den Kaffeeanbau, was dabei zu tun ist und was hier sonst noch so alles wächst und gedeiht (Pfeffer wie gesagt, Avocados, Kokosnüsse, Palmöl, Papayas, Bananen und so fort), respektive was hier sonst noch so alles kreucht und fleucht im Dschungel ausser jener Spinne hier. Alleine fünf Spinnenarten zähle ich am ersten Tag, alle handtellergross. Das seien einfach normale Spinnen, teils auch in den Räumen übrigens, weil Dschungel, aber normal, keine Grund, sich zu sorgen, weil normal. Umgekommen bin ich jedenfalls nicht.
Alle hier sind Kaffeefarmer, und schlecht geht es ihnen nicht, trotzdem die Pflücker fehlen, trotzdem Regen zum falschen Zeitpunkt die ganze Ernte gefährden kann, trotz volatilem Kaffeekurs; Kaffee lässt sich jahrelang lagern, Sie haben das ganze Lagerhaus voll und sie können warten mit verkaufen, bis der Preis wieder stimmt. Schlecht scheint es nicht zu gehen, das merkt man, es geht üppig zu hier im Dschungel.
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Update zwei Tage später: Am Dienstag seien 40 Pflücker gekommen (offenbar aus heiterem Himmel) und hätten acht Tonnen geschafft. Was sehr gut sei. Sehr gut! Ein Segen! Ein Wunder! Auf jeden Fall ist man wieder auf Kurs und zuversichtlich. So geht das hier (offenbar).
Alles in allem auf jeden Fall Geschichten, an die man denkt, wenn man künftig seinen Nescafe umrührt.









