Was ist zwischen A und B?


Transit ist weder A wie Abgangsort noch B wie Bestimmungsort, sondern quasi A½. Ist Transit der Weg dazwischen, ein Übergang? Oder vergleichbar mit den Räumen zwischen den Noten, die Musik erst leben lassen? Oder noch einmal etwas anderes?

Sich aufgemacht haben, aber noch nicht angekommen sein, das ist oft meine Definition von Transit, eine Art Leere grundsätzlich ohne Bedeutung und Zweck, in der alles und jedes dafür um so mehr atmen und scheinen kann, sofern man es ohne Erwartung einfach zulässt. Und keine Erwartung zu haben ist in diesem ‚Bereich‘ einfach, weil für nichts ein Bild im Raum steht, das eingelöst werden müsste (kein Tempel, Hotel, Event, etc.). So entstehen die schönsten Dinge aus dem kompletten Nichts heraus, bleiben aber flüchtig und sind meist auch sofort wieder verdunstet. Ich glaube, man muss sich auf diese Ebene der Halb- und Zwischentöne erst einstimmen, bevor man sie wahrnehmen kann. Es geht mehr um ein allgemeines Gefühl als darum, nach einem Erlebnis eine Erlebnis-Ernte einzufahren.

Für mich ist es das Grösste. Das, was mich mit am meisten Glück erfüllt. Ich realisiere, dass nicht viele, die ich kenne, diese Sichtweise oder Fähigkeit oder wie immer man es nennen will – bei mir wurde es nachgerade zu einer Passion –, teilen oder teilen können. Wichtig ist meistens eher der historisch bedeutende Tempel oder die per se interessante Region, das Rating eines Restaurants oder noch besser der Vergleich dreier Ratings dreier in Frage kommender Restaurants. Nun, wo man hier ist, will man auch etwas erwarten dürfen.

Mir geht es eher um das Aufleuchten in den Augen eines alten Hundes am Strassenrand für einen Augenblick in der ersten Morgensonne, wenn er seinen Blick, mit freundlich hechelnder Zunge, nach rechts dem Mopedfahrer folgen lässt. Um den Duft nach Abendessen über den Häusern, vom leisen Wind getragen und das nahende Tagesende verkündend, während die Menschen langsam heimkehren.


Die Welt ist so schön! Alles Planen und jeder Ärger sind komplett überflüssig. Überflüssig, wenn man auf der Suche nach (eher dem Zulassen von) den Dingen zwischen A und B ist. Das Ziel ist nicht, etwas zu erreichen. Sondern ganz einfach zu sein und zuzulassen. Sein heisst nicht einmal wahrnehmen, lediglich aufmerksam sein. Dieses Zulassen gelingt natürlich nicht immer gleich gut, aber wenn man die Richtung kennt, kommt man oft rasch in den Rhythmus hinein.

Na, das ich noch nicht ganz schlüssig, aber das Beste, was mir bis hierher in den Sinn kommt. Dies ist ein offener Gedanken-Blog, daher lasse ich das einfach einmal unfertig so stehen.